Schachkreuzfahrt 2013

Ein Bericht von einer ungewöhnlichen Reise auf
dem zweitgrößten Kreuzfahrtschiff der Welt


EPIC-in Funchal Madeira-300von MICHAEL DOMBROWSKY, Hamburg


Zwei Wochen auf hoher See, nur zwei Stops auf Madeira und St. Thomas während der rund 8500 Kilometer, die der Luxusliner zurücklegte, dazu Schach satt: So hat das Programm einer ungewöhnlichen Schachreise ausgesehen. Großmeister Jörg Hickl und sein Unternehmen „Schachreisen“ hatte diese ganz besondere Schachtour angeboten.
(Foto: Das prächtige Kreuzfahrtschiff)

676Stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, das wünschen sich die Seelfahrer und Segler. Bei 4000 oder 5000 Handbreit kann manchem schon etwas mulmig werden. Doch wenn das zweitgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt diese Wassermassen unter sich hat, dann überwiegt schnell Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Die „Norwegian Epic“ mit ihren rund 155 000 Bruttoregistertonnen wirkt am Pier wie eine Festung. Der 329 Meter lange und 42 Meter breite Ozeanriese beherbergt auf den Fahrten mit etwa 4000 Passagieren und 1900 Besatzungsmitgliedern die Bevölkerung einer Kleinstadt.

Wer hat schon mal eine Schachpartie gespielt und währenddessen Wellen mit gewaltigen Schaumkronen vor dem Fenster beobachtet? Für mich war es das erste Mal. Das kleine Turnier und die Seminare fanden im „Cagney’s“ statt, ein exquisites Steakrestaurant im Heck von Deck sieben. Im Stile eines englischen Clubs eingerichtet gehört es zu den 14 Restaurants, in denen man fast rund um die Uhr speisen kann. Von morgens bis nachmittags beherrschte Schach den Laden, ehe Figuren und Bretter den Steakmessern und Weingläsern weichen mussten.

Jörg Hickl hatte mit seinem „Schachreisen“ nicht nur eine exklusive Überfahrtfahrt nach New York zu einem günstigen Preis 2452auf die Beine gestellt, sondern sich auch mit dem Schachprogramm und der Rundumbetreuung sehr viel Mühe gegeben. Da war das kleine Turnier, das von der WFM Franziska Beltz aus Hickls Team geleitet wurde, noch das Einfachste. Wegen der großen Unterschiede in den Wertungszahlen blieb das Resultat Nebensache. Nur der Sieger sei erwähnt: Fred Jost aus Bremen mit der höchsten DWZ war ungeschlagen vorn.

Nach den Partien begann die vom Großmeister vorgegebene Arbeit. Zunächst sollten die Partner ihre Partie gemeinsam analysieren, wodurch sich neben dem schachlichen Verständnis auch der Zusammenhalt in der Gruppe wuchs. Danach sollte jeder für sich Berechnungen in für ihn kritischen Stellungen schriftlich anfertigen. Die Ergebnisse wurden dann in kleinerer Gruppe oder im Plenum unter die Lupe genommen. Dabei kam der Stundenplan auch schon mal durcheinander. Die Partie von Eduard aus Wien und Martin aus Zürich bot soviel Diskussionsmöglichkeiten, dass sie die gesamten vier Stunden des Tages in Anspruch nahm. Zeit ließ sich der Großmeister bei den Trainingseinheiten. Weil er ein Verfechter der aktiven Mitarbeit ist, referierte er nicht, sondern stellte offene Fragen in den Raum – 20, 30 Sekunden lang Stille. Jeder kennt diese Situation aus der Schule, der Uni oder von beruflichen Weiterbildungsseminaren. Ein Zeitraum, in dem Usain Bolt einen 100-Meter-Lauf gewinnt und bereits wieder unter der Dusche steht, kann lang werden. Doch die dann erdachten oder erarbeiteten Antworten gaben ein Gefühl der Zufriedenheit.

1721Flexibilität war das Stichwort der Schachreise. Neben dem fast täglichen Schachprogramm, das variabel gestaltet wurde, blieb es den Einzelnen überlassen, neben dem Schachbrett etwas gemeinsam mit der Gruppe zu unternehmen. Es gab einen festen Termin mit Treffpunkt vor einem der Restaurants. Wer kam war willkommen, wer etwas Anderes unternehmen wollte, blieb einfach weg.

Es ist immer ein kleines Abenteuer, wie sich eine neu zusammengewürfelte Gruppe innerhalb von zwei Wochen entwickelt und miteinander auskommt. Diese hat sich prima verstanden, sodass die Abendessen meist in größerer Runde stattgefunden haben.

Das Fazit: Bravo Jörg Hickl! Bei der nächsten Tour dieser Art bin ich wieder dabei.

Gegen Ende der Reise habe ich die Zeit genutzt, um mit Jörg Hickl ein ausführliches Gespräch zu führen, in dem es nicht nur um Reisen ging. Auch über Probleme, die es im deutschen Schach gibt, haben wir uns unterhalten…

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